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Abmahnung IDO Interessenverband bei DaWanda

Mir liegt eine erneute Abmahnung des IDO Interessenverbands für das Rechts- und Finanzconsulting deutscher Online-Unternehmen e.V. gegen eine Mandantin vor.

Wie lautet der Vorwurf des IDO-Interessenverbands?

Nachdem der IDO-Interessenverband zunächst viele eBay-Händler abgemahnt hat, geht er nun verstärkt auf DaWanda-Händler los. Meine Mandantin wurde abgemahnt, weil sie in ihrem Angebot auf der Verkaufsplattform DaWanda den Verbraucher nicht über das Widerrufsrecht und über das gesetzliche Mängelhaftungsrecht informiert hat. Darüber hinaus wurde ihr vorgeworfen, nicht § IV der DaWanda AGB berücksichtigt zu haben, der vorschreibt, dass der Händler nicht nur eine unverbindliche Aufforderung zur Abgabe eines Angebots abgibt, sondern selbst ein Angebot abgibt, das der Verbraucher durch den Button „kostenpflichtig bestellen“ annimmt – entsprechend der „Sofort-Kauf“ Möglichkeit bei eBay.

Sind die Vorwürfe berechtigt?

Leider muss ich im Fall meiner Mandantin sagen: Ja!

Die Mandantin hatte nicht über das Widerrufsrecht und die gesetzlichen Mängelhaftungsrecht informiert. Zudem gibt der Händler auf der Handelsplattform DaWanda nach den Vorschriften von DaWanda ein festes Angebot ab, das der Verbraucher durch das Anklicken des „kostenpflichtig bestellen“-Buttons anklickt, das hatte die Mandantin nicht beachtet.

Leider verwenden Onlinehändler immer noch veraltete Widerrufsbelehrungen, obwohl das Fernabsatzrecht bereits am 14.6.2014 (!) umfangreich geändert wurde. Es gibt immer noch Händler, die keine Widerrufsbelehrung vorhalten. Dasselbe gilt für die Belehrung über das Mängelhaftungsrecht. Verschiedene Plattformen verwenden verschiedene AGB – z.B. Hood oder eBay oder DaWanda. Jeweils ist darauf zu achten, die Vorschriften der Plattformen zu verwenden!

Ist der IDO Interessenverband überhaupt berechtigt abzumahnen?

Nachdem das Kammergericht (KG) Berlin am 4. April 2017 (AZ: 103 O 91/16) dem IDO Interessenverband das Recht verwehrt hat, überhaupt Abmahnungen auszusprechen und zu klagen mit der Begründung, die Hauptgeschäftsführerin, eine Finanzfachwirtin verfüge nicht über das nötige rechtliche Wissen, abzumahnen, wächst die Hoffnung, dass dem Verband das Recht insgesamt verwehrt wird. Das Urteil ist aber nicht rechtskräftig, so lange ist Vorsicht zu walten. Viele andere Gerichte haben dem IDO Interessenverband die Abmahn- und Klagebefugnis zugesprochen.

Welche Folgen hat die Abmahnung des IDO Interessenverbands?

Unterschreiben Sie nicht die vom IDO Interessenverband übersandte Unterlassungserklärung, diese ist sehr weit gefasst! Sie schließen einen Vertrag ab, der Sie auf 30 Jahre bindet! Zudem ist die Gefahr groß, eine Vertragsstrafe zu verwirken, sollte noch einmal ein Fehler passieren.

Was kann ich als DaWanda-Händler bei einer Abmahnung des IDO Interessenverbands tun?

Ich rate, Ihren Auftritt von einem auf diese Rechte spezialisierten Anwalt überprüfen zu lassen, um nicht in die Abmahnfalle zu geraten.

Sie benötigen entsprechende AGB, eine richtige Widerrufsbelehrung und ein ausreichendes Impressum.

Fragen? Ich berate Sie gerne!

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